Strukturierungsmethoden im Überblick

Einleitung

Die Vielzahl der am Markt vorhandenen Redaktionssysteme macht es nicht leicht, das passende System für die eigenen Anforderungen zu finden. Für unterschiedliche Anforderungen gibt es unterschiedliche Typen von Systemen. Wenn ein System eingeführt werden soll, stellen sich verschiedene Fragen:

  • Was sind meine Anforderungen?
  • Welche Systemkategorien gibt es?
  • Welcher Systemtyp passt am besten zu meinen Anforderungen?

Der Vortrag gibt einen Überblick der am Markt verfügbaren Systeme, ordnet diese den im Folgenden erklärten Kategorien zu, charakterisiert die System kurz und nennt Trends, die sich bei den Systemen erkennen lassen. Der Vortrag aktualisiert den Vortrag "Weißt Du wieviel Sternlein stehen" von der Jahrestagung 2003.


Grundlegende Funktionen von Redaktionssystemen

Redaktionssysteme müssen die folgenden Funktionen unterstützen

  • Erstellen von Dokumenten
  • Verwalten von Dokumenten
  • Publizieren von Dokumenten

Diese Funktionen sollen dabei soweit als möglich durch automatisierte Prozesse unterstützt werden. Beispiele hierfür sind:

  • Modulare Verwaltung der Dokumente
  • Automatisiertes Zusammenstellen der Dokumente anhand von Stücklisten
  • Automatisches Erstellen von Querverweisen
  • Mediengerechtes Auflösen von Querverweisen
  • Automatisches Publizieren der Dokumente
    • Papier: mit Inhalts-/Indexverzeichnis, Seitenumbruch und Querverweisen mit Seitenangaben.
    • Online: Inhaltsverzeichnis, Index, Volltextsuche, Hyperlinks, etc.
  • Suchen und Finden von vorhandenen Dokumentmodulen
  • weitere automatisierte Prozesse

Im Mittelpunkt vieler dieser Prozesse stehen

  • die Dokumentstruktur,
  • die Granularität der Dokumentverwaltung und
  • die Funktionen der Zielmedien.


Allgemeiner Aufbau eines Redaktionssystems

Die Grafik zeigt den allgemeinen Aufbau eines Redaktionssystems.

 

 

 

Funktion Beschreibung
Erstellung mit
  • DTP
  • Textverarbeitung
  • XML-Editor
  • Grafikprogramm
Verwaltung
  • mit einem irgendwie gearteten Document-Management-System
  • auf dem Filesystem
Übersetzungsmanagement
  • Translation-Memory-System
Informationsnutzung als
  • Gedrucktes Dokument
  • PDF-Datei
  • Website
  • Online-Hilfe für eine Applikation


Typen von Systemen im Überblick

Vergleichbarkeit der Angebote, die die Systemhersteller dann anhand des Lastenheftes abgeben, wird dadurch allerdings schlechter.

Systemtyp Funktionen
Klassisches DMS
  • Verwalten von Dokumenten und Metadaten
Web-CMS
  • Verwalten von Websites
Erweitertes klassisches DMS = Enterprise Content Management System
  • Verwalten von Dokumenten & Metadaten
  • Verwalten von Websites
  • Workflowsteuerung
  • Verwalten von XML-Dokumenten, zum Teil bis auf Elementebene herab
Nicht-XML-Redaktionssystem
  • Verwalten von Modulen, z. B. auf Basis von Word, aus denen sich Dokumentationen zusammenstellen lassen
XML-Redaktionssystem
  • Verwalten von Dokumenten + Metadaten
  • es gibt weiterhin ein Dokument
  • Validieren gegen DTD/Schema
  • Verwalten von Nicht-XML-Dokumenten
"klassisches" SGML/XML-System
  • Verwaltung auf der Ebene der XML-Elemente
  • minimale Korngröße bei der Verwaltung
  • höchste Modularität
  • es gibt eigentlich kein Dokument mehr
  • Validieren gegen DTD/Schema
  • eine Applikation wird benötigt, um ein Redaktionssystem zu bilden


Fließende Grenzen

Die unterschiedlichen Systemtypen haben untereinander oft fließende Übergänge. Die Unterteilung stellt also kein festes Raster dar, in dem ein System immer genau einem Typ zugeordnet werden kann. Durch die Zuordnung von Systemen zu einem bestimmten Typ lassen sich aber die Konsequenzen leichter erkennen, die sich aus der Einführung eines bestimmten Systems ergeben.