FAQs

Technische Dokumentation

Es kann in der Praxis durchaus vorkommen, dass es sinnvoll ist, eine Betriebsanleitung in einzelne Handbücher aufzuteilen. Somit bleibt eine komplexe und umfangreiche Dokumentation übersichtlich.
Teilen Sie die Inhalte der Handbücher zielgruppengerecht auf. Beispielsweise enthält ein Montagehandbuch nur die Inhalte der Montage und das Wartungshandbuch die Inhalte zur Wartung und Instandsetzung.
Achten Sie darauf, dass die Inhalte leicht lesbar und Ihrer Zielgruppe entsprechend angepasst sind. Lernen Sie Ihre Zielgruppe kennen und definieren Sie diese. Recherchieren Sie die Wortwahl und den Kenntnisstand. Ein unerfahrener Produktbenutzer möchte lieber weniger Fachwörter, während ein Experte des Produktes mit mehr Fachwörtern umgehen kann.
Wichtig ist auch, vorhandene Inhalte, die in mehreren Handbüchern anwendbar sind, nicht doppelt aufzuführen. Sinnvoller und besser ist es, auf die Inhalte zu verweisen.

Nein, viele wichtige und sicherheitsrelevante Informationen finden sich in Anleitungen oder auch Erklärungen. In Wikipedia ist z. B. eine genaue Beschreibung der Absturzursachen der Boing 737 Max zu finden. Hier gibt es drei Stellen, die die Bedeutung von Dokumentation und Schulung verdeutlichen:

  • MCAS (ein automatisches Fluglageregelsystem) und seine möglichen Fehlfunktionen wurden den Piloten jedoch nie erklärt, was eine Fehlreaktion der Besatzung wahrscheinlich machte.
    • Fehlende Schulung, wahrscheinlich auch fehlende Dokumentation. Verständnis von Konzepten und Zusammenhängen sind die Voraussetzung für kompetentes Handeln
  • Der Captain litt unter einer Grippe; der Erste Offizier erhielt schlechte Beurteilungen während seiner Ausbildung. Er brauchte vier Minuten, um in der Checkliste die relevanten Seiten zu finden.
    • Hier könnten der Aufbau und die Gestaltung der Checklisten ein Teil des Problems gewesen sein. Zeit verstrich – ein Baustein auf dem Weg zur Katastrophe.
  • Der Verkäufer des Anstellwinkel-Sensors hatte diesen nicht korrekt kalibriert. Es fehlte eine schriftliche Prozedur, um den Sensor korrekt und fehlerfrei kalibrieren zu können.
    • Bei der Kalibrierung des Sensors hätte es sicher keine Warnung gegeben. Aber das Fehlen der Anleitung war tödlich.

Vor allem die Kapitel „Wartung“ und „Instandsetzung“ sind oftmals mit Verweisen auf die Herstellerdokumentation versehen. Das muss auch so sein, denn der Maschinenhersteller ist nach der Maschinenrichtlinie für die „Gesamtheit“ der ausgelieferten Maschine verantwortlich. Doch ist ein Verweis auf eine auszuführende Tätigkeit dafür ausreichend?
Gemäß der DIN EN ISO 20607 ist das richtig, aber es muss dementsprechend auch die Herstellerdokumentation mitgeliefert werden. Die Aufgabe des Redakteurs besteht darin, zu prüfen, ob der Verweis auf die auszuführende Tätigkeit tatsächlich in der Herstellerdokumentation nachzuschlagen ist.
Wenn das nicht der Fall ist, darf der Verweis nicht verwendet werden. Es ist erforderlich den Hersteller darauf aufmerksam zu machen.

Kosten entstehen in der Dokumentation an verschiedenen Stellen:

  • Kosten sparen bei der Informationsrecherche
  • Kosten sparen beim Texten und Grafikerstellen
  • Kosten sparen bei der Verwaltung
  • Kosten sparen beim Publizieren, Layouten
  • Kosten sparen beim Übersetzen

In jedem Bereich lassen sich Kosten sparen. Wenn die Bereiche optimal aufeinander abgestimmt sind, ist der Sparerfolg am größten!

Bei der Informationsrecherche geht viel Zeit verloren, wenn bei der Produktentwicklung nicht an die Informationsbedürfnisse der Redakteure gedacht wird. Die Dokumentation muss in den Entwicklungsprozess integriert werden und alle notwendigen Informationen automatisch erhalten. Stellen Sie hierzu eine Liste auf, welche Informationen die Redaktion benötigt. Definieren Sie, wer für die Lieferung der jeweiligen Info verantwortlich ist und legen Sie fest, bis wann im Entwicklungsprozess diese Informationen geliefert werden müssen. Hilfe für solche Festlegungen finden Sie zumeist in der QM-Abteilung.

Beim Texten muss systematisch gearbeitet werden. Technische Dokumentation muss modular aufgebaut sein, d. h. aus Modulen bestehen, die in unterschiedlichen Dokumentationen wieder verwendet werden können. Dabei darf nicht jeder Redakteur seinen eigenen Stil und seine eigene Modularisierungsweise entwickeln. Einheitlichkeit ist hier notwendig. Dies geht am besten methodisch, siehe https://arakanga.de/arawiki/strukturierungsmethoden/.

Bei der Grafikerstellung kann vielfach auf 3d_Daten aus der Konstruktion zurückgegriffen werden. Mit der richtigen Software lassen sich aus diesen Daten alle Grafiken schnell erstellen, die in der Technischen Dokumentation benötigt werden, siehe https://arakanga.de/technische-dokumentation/technische-dokumentation/toolumgebungen/

Die Verwaltung von Dokumentationen erfolgt vielfach auf dem Dateisystem, teilweise ergänzt mit einer Excel-Tabelle. Dies ist aufwendig, umständlich und fehlerträchtig. Stand der Technik ist für die Technische Dokumentation ein spezialisiertes Redaktionssystem zu nutzen, sogenannte CMS oder CCMS System, siehe https://arakanga.de/arawiki/redaktionssysteme-dms/.

Publizieren und Layouten sind die letzten Schritte im Erstellungsprozess. Hier kommen die Module zusammen und werden zu einer kompletten Dokumentation aufbereitet. Sind das z. B. Word Dokumente, kommt es oft zu unerwünschten Effekten, wenn Dokumente zusammenkopiert werden. Beim Maschinenbau müssen oft für die Zulieferdokumente Inhaltsverzeichnisse erstellt werden, zumeist manuell. Für diese Schritte ist Zeit erforderlich, die mit den richtigen Werkzeugen gar nicht oder nur in sehr geringem Maß notwendig sind. Redaktionssystem können diese Aufgaben automatisieren und „auf Knopfdruck“ das gewünschte Ergebnis erstellen, siehe https://arakanga.de/arawiki/redaktionssysteme-dms/.

Beim Übersetzen gibt es verschiedene Stellschrauben, an denen gedreht werden kann:

  • Vereinheitlichter, standardisierter Text
  • Modularisierte Texte
  • Einheitliche Terminologie
  • Auswahl des richtigen Übersetzungspartners

Wenn die Texte standardisiert sind und eine einheitliche Terminologie genutzt werden, ist die optimale Voraussetzung geschaffen, um über den Einsatz der richtigen Tools die Übersetzungskosten zu reduzieren.

  • Translation Memory Tools (TM), damit einmal übersetzte Texte automatisch und ohne Kosten wiederverwendet werden.
  • MT (Machine Translation), angekoppelt an das TM, um die Übersetzer zu entlasten und den gesamten Prozess deutlich zu beschleunigen.

Ich gebe zu, am Anfang habe ich auch gedacht, diese Norm braucht kein Mensch. Es gab ja schon die DIN EN ISO  82079-1 und nun auch deutlich verbessert die IEC/IEEE 82079-1 Second Edition. Wozu also die DIN EN ISO 20607?

Hierfür gibt es viele gute Gründe:

  • Die 20607 heißt im Langtext „Sicherheit von Maschinen – Betriebsanleitung – Allgemeine Gestaltungsgrundsätze“. Sie bezieht sich also nur auf Maschinen während die 82079-1 sich generell für das Erstellen von Nutzungsinformationen bezieht – für alle Produktarten.
  • Die 20607 ist mit einem Gesamtumfang von 38 Seiten sehr überschaubar und kann (und sollte) von jedem Maschinenbauer angewendet werden.
  • Als harmonisierte Norm löst die 20607 die Vermutungswirkung aus. Wer sich als Maschinenbauer an diese Norm hält, ist im ersten Anlauf auf der sicheren Seite. Auf Seite 5 der Norm steht in Bezug  auf die MRL (Richtlinie 2006/42/EG):  „Im Rahmen des Anwendungsbereich ist die grundlegende Anforderung 1.7.4.2 mit Ausnahme von Punkt u) abgedeckt
  • Unter Punkt 7 „Veröffentlichungsformen“ wird klargestellt, das Papier nicht mehr die einzig zulässige Form ist – endlich!

Fazit: Die DIN EN ISO 20607 ist eine echte Hilfe für die Unternehmen aus dem Bereich Maschinenbau. Damit man aber wirklich auf der sicheren Seite ist, muss die Dokumentation auch von einer Fachkraft (Technischen Redakteur*in) erstellt werden.

Siehe
https://arakanga.de/technische-dokumentation/technische-dokumentation/technische-redaktion/

https://arakanga.de/technische-dokumentation/branchenspezifische-technische-doku/

https://arakanga.de/arawiki/normen-richtlinien/

Sicherheitshinweise, Warnhinweise, Gefahrenhinweise – Häufig tauchen diese Begriffe in der Technischen Dokumentation als Synonyme auf. Dabei haben sie unterschiedliche Bedeutungen. Doch wo liegt jetzt der Unterschied?

  • Sicherheitshinweise beschreiben dem Nutzer alle wesentlichen Aspekte zum sicheren Umgang mit dem Produkt und stehen häufig in einem eigenen Sicherheitskapitel. Sie dienen als Grundlage für eine Einweisung oder Schulung von Nutzern in Hinblick auf sicherheitsbewusstes Arbeiten.
  • Warnhinweise beziehen sich auf spezifische Tätigkeiten und konkrete Handlungen. Sie sollen Sicherheitsrisiken für die jeweilige Handlung aufzeigen und dem Nutzer erlauben, sich vor den Gefahren zu schützen.

Weitere Informationen findet Ihr hier: https://arakanga.de/arawiki/normen-richtlinien/

Die sinnvolle Verwaltung von vielen Betriebsanleitungen erfolgt am besten mit einem Redaktionssystem.

Eine integrierte Versionsfunktion im Redaktionssystem zeigt die einzelnen Entwicklungsstände der Betriebsanleitungen auf und erlaubt jede Änderung an den einzelnen Ständen nachzuvollziehen. Zudem hilft die Wiederverwendung von einzelnen Textbausteinen und eine leistungsfähige Variantensteuerung in anderen Betriebsanleitungen Arbeit und Kosten zu sparen.

Weitere Informationen finden Sie hier: https://arakanga.de/arawiki/redaktionssysteme-dms/

Angaben über eine mögliche vorhersehbare Fehlanwendung muss jede Technische Dokumentation bzw. Betriebsanleitung einer Maschine oder eines Produktes enthalten.

Ein Produkt darf nur dann auf den Markt bereitgestellt werden, wenn sowohl bestimmungsgemäße als auch vorhersehbare Verwendung des Produktes sicher ist. Das bedeutet, dass Fehlanwendungen, die sich aus leicht absehbarem menschlichem Verhalten ergeben können, nicht auszuschließen sind. Somit gilt es vor Gefahren dieser vernünftigerweise vorhersehbaren Fehlanwendung in der Technischen Dokumentation zu warnen.

Ein Lektorat bei der Erstellung einer Technischen Dokumentation ist unabdingbar und ein wichtiges Qualitätskriterium. Lassen Sie Ihre Technische Dokumentation von einem zweiten Technischen Redakteur oder einem Ansprechpartner für das Produkt prüfen.Beim Lektorat sollte dieser sich an den folgenden Kriterien halten:

  • Ist die Dokumentation übersichtlich und verständlich?
  • Fehlen notwendige Informationen?
  • Sind alle Informationen fachlich korrekt?
  • Gibt es Wiederholungen?
  • Ist der Informationsgehalt nachvollziehbar?

Ein einheitliches Konzept mit Inhalt, Struktur und Gestaltung sowie einem Vorgehen von der Informationsrecherche bis zur Übersetzung der Dokumente macht definitiv Sinn und ist wichtig, um den Anforderungen in der Technischen Dokumentation gerecht zu werden. Wir von Arakanga haben deshalb das ARAKonzept entwickelt. Was das ARAKonzept ist und welchen Nutzen es mit sich bringt, erfahrt Ihr hier: https://arakanga.de/beratung/arakonzept/was-ist-arakonzept/ .

Screenshots sind besonders sinnvoll in der Technischen Dokumentation von Software-Produkten, da Sie die Benutzeroberfläche abbilden. Der Nutzer kann sich somit hervorragend orientieren und jeden Schritt besser nachvollziehen als mit reinem Text.

Eine gute Softwaredokumentation hilft dem Endbenutzer, der mit der Software arbeitet, die Funktionen und Eigenschaften zu verstehen und bietet dem Endbenutzer alle wichtigen Informationen an, um die Software zu benutzen. Ihre Softwaredokumentation erklärt wie Ihre Software funktioniert, wie der Endbenutzer die Software bedient und wie sie entwickelt wurde.

Übersetzungen und Terminologie

J

In Word gibt es die Möglichkeit, die Texte, die nicht übersetzt werden sollen, manuell auszublenden.
Diese Texte sind dann noch im Hintergrund vorhanden, aber nicht sichtbar. Die Analyse des Dokuments mit memoQ (das Übersetzungstool mit dem wir arbeiten) erfasst nur die sichtbaren Texte und bereitet diese zur Übersetzung für den Übersetzer vor.
Nach Fertigstellen der Übersetzung werden alle Texte wieder eingeblendet und man erhält ein komplett übersetztes Dokument.

Ja, das geht. Aber die Übersetzung einer PDF macht grundsätzlich mehr Arbeit als ein Dokument in einem bearbeitbaren Format, wie z.B WORD, EXCEL, InDesign, XML…
Auch ist die Analyse der Wortanzahl nicht so genau.

Ja, das geht grundsätzlich schon. Hier hängt es aber ganz stark von der Qualität des Scans ab. Es funktioniert nur, wenn unsere eingesetzte Texterkennungssoftware den Text erkennen kann.

Ja, man kann das TM überschreiben und die Änderungen in beiden Sprachen übernehmen.
Für die nächste Übersetzung stehen dann die aktuellen Texte zur Verfügung.

MT steht für Machine Translation (Maschinelle Übersetzung) also Computergestützte Übersetzung. Viele Jahre galt, das die Qualität von MT nur für interne Zwecke zu gebrauchen ist. Hier hat sich aber in den letzten Jahren durch den Einsatz neuronaler Netze viel getan. MT ist noch weit davon entfernt, perfekt zu sein. Für bestimmte Textsorten kann MT aber als Teil eines Prozesses mit Übersetzern sinnvoll und sehr kostensparend genutzt werden. Gut strukturierte Technische Dokumentation mit klarer Terminologie Vorgabe kann ein solcher Fall sein, siehe https://arakanga.de/arawiki/strukturierungsmethoden/

Sie wollen die Verständlichkeit Ihrer Dokumente in den notwendigen Sprachen erhöhen? Auch innerhalb ihres Unternehmens? Damit alle genau wissen von was Sie sprechen?

Das leistet eine konsistente, spezifische, festgelegte Terminologie. Wir können Sie dabei folgendermaßen unterstützen:

  • Argumente für die interne Überzeugungsarbeit liefern
  • den Prozess definieren und Sie bei der internen Umsetzung unterstützen
  • die passenden Tools einrichten und zur Verfügung stellen
  • im Rahmen von Übersetzungsprojekten Terminologiepflege übernehmen

Redaktionssysteme

Ein Fragment ist in Schema ein sogenannter „Knoten“. Alle Inhalte sind als Knoten im Informationspool hinterlegt. Üblicherweise nutzt man Fragmente dafür, um einzelne Textabschnitte oder Tabellen innerhalb eines Textknotens nur für bestimmte Varianten geltend zu machen. Über die Eigenschaften erhält ein Fragment bestimmte Kriterien, die für den Publikationsprozess relevant sind. Mit dem Anlegen von Fragmenten bauen Sie Ihre Knoten modular auf.

Ein Redaktionssystem ist in der Regel dann besonders sinnvoll, wenn Sie viele Betriebsanleitungen in mehreren Sprachen ausliefern müssen. Mit einem Redaktionssystem behalten Sie den Überblick. Mit Hilfe eines Redaktionssystems bauen Sie Ihre Betriebsanleitung modular auf, Sie erzeugen eine sogenannte Wiederverwendung.

Weitere Funktionen eines Redaktionssystem können Sie hier nachlesen: https://arakanga.de/arawiki/redaktionssysteme-dms/funktionen-von-redaktionssystemen

Das Angebot an Redaktionssystemen für die Technische Dokumentation ist groß. Doch worauf muss ich besonders achten?

  • Einfache Benutzeroberfläche
    Ein gutes Redaktionssystem für die Technische Dokumentation hat eine benutzerfreundliche Benutzeroberfläche. Sie sollte strukturiert und intuitiv bedienbar sein. Texte, Grafiken, Tabellen usw. sollten in einem integrierten Editor bearbeitet werden können.
  • Verbessertes Arbeiten im Team
    Insbesondere für ein Team in der Technischen Dokumentation kann ein Redaktionssystem die Teamarbeit verbessern. Eine integrierte Versionsfunktion im Redaktionssystem zeigt die einzelnen Entwicklungsstände der Betriebsanleitungen auf und erlaubt jede Änderung an den einzelnen Ständen nachzuvollziehen.
  • Variantensteuerung und Sprachen
    Die zentrale Verwaltung von Varianten, Versionen und Sprachen ist ein wesentlicher Bestandteil eines guten Redaktionssystems. Wenn Sie Ihre Produkte in unterschiedlichen Varianten und Versionen herstellen und diese in mehrere Länder ausliefern, hilft Ihnen ein gutes Redaktionssystem für die Technische Dokumentation ungemein.
  • Publikation in verschiedenen Ausgaben
    Sie haben die Möglichkeit Ihre Technischen Unterlagen angepasst an Ihre Kunden als Handbuch, Online Dokumentation oder integriert in einem Gerät bereitzustellen. Mit einem guten Redaktionssystem haben Sie die Möglichkeit Ihre Dokumentation in den verschiedensten Formaten (PDF, HTML usw.) zu erzeugen.
  • Smarte Autorenunterstützung
    Besonders für uns als Technische Redakteure ist eine smarte Autorenunterstützung ein hilfreiches Tool im Arbeitsalltag. Smarte Autorenunterstützungen im Redaktionssystem gewährleisten eine gleichbleibende Terminologie und die Wiederverwendung von ganzen Sätzen.

Redaktionssysteme sind in den letzten Jahren immer leistungsfähiger geworden. Standardmäßig decken praktisch alle Systeme die grundlegenden Anforderungen für die Technischen Redaktion ab. Trotzdem gibt es noch große Unterschiede zwischen den Systemen.
Die Redaktionssysteme lassen sich auf verschiedene Arten unterteilen, wir haben drei Gruppen gebildet:

  • einfache Redaktionssysteme
  • XML-Redaktionssysteme
  • spezialisierte Redaktionssysteme

die einzelnen Arten der Redaktionssysteme aufgebaut sind und welchen Nutzen diese für die Technische Dokumentation haben erfahren Sie hier https://arakanga.de/arawiki/redaktionssysteme-dms/arten-von-redaktionssystemen/

Um eine Version im Redaktionssystem TIM zu erzeugen, muss zunächst der Baustein freigegeben sein. Die Freigabe des Bausteins können Sie über den Status erteilen. Wenn diese Voraussetzung gegeben ist, lässt sich eine neue Version ganz leicht über einen Rechtsklick auf der Maus anlegen. Wenn Sie eine neue Version erzeugt haben (Version 1.1) können Sie die Version (1.0) nicht mehr editieren. Wenn Sie die Version (1.1) bspw. freigeben, aber hinterher Anpassungen vornehmen möchten, die sich auf den gleichen Versionsstand beziehen, müssen Sie zunächst den Status in „Zur Prüfung freigeben“ ändern. Daraufhin können Sie Ihre Anpassungen durchführen und anschließend den Status wieder in „Freigeben“ ändern. Das bedeutet, es muss nicht zwangsweise für jede Änderung eine neue Version erzeugt werden.

Mit Hilfe der Funktion zum Versionieren sichern Sie sich einen bestimmten Arbeits- oder Auslieferungstand. Vor allem bei Auslieferungen ist es vorteilhaft, wenn man jederzeit auf diesen zurückgreifen kann. Ohne Versionierung ist es oftmals so, dass verwendete Bausteine überschrieben werden und somit den Stand der Auslieferung verändern. Über die Eigenschaften können Sie einsehen, ob Ihre Dokumentation auf dem aktuellen Stand ist bzw. die aktuellsten Bausteine (Textinhalte und Grafiken) verwendet.

Häufig wird damit begonnen, einfach die Funktionen der verschiedenen Redaktionssysteme zu vergleichen. Hierzu eignet sich die tekom-Studie Redaktionssysteme hervorragend. Allerdings stellt man schnell fest, dass sich die Redaktionssysteme scheinbar kaum unterscheiden. Eine Entscheidung alleine auf dieser Basis zu fällen, ist sehr schwierig bis unmöglich. Was also tun?

Das Wichtigste bei der Auswahl eines Redaktionssystems ist, sich über die Ziele im Klaren zu werden, die mit der Einführung des Redaktionssystems erreicht werden sollen. Sie sollten sich also nicht zuerst die Funktionen eines Redaktionssystems anschauen, sondern ihre Bedürfnisse, Erwartungen und Ziele, die sie mit der Einführung eines Systems erreichen wollen. Das können ganz unterschiedliche Ziele sein, z. B.

  • Zusammenarbeit über mehrere Standorte stärken, also gemeinsam an einer Dokumentation arbeiten.
  • Dokumentstrukturen mit Hilfe fester Strukturvorgaben vereinheitlichen.
  • Einen Datenpool schaffen, aus dem sich Kataloge, Preislisten, Handbücher und auch die Website speisen.
  • Serviceinformationssysteme mit den notwendigen Informationen befüllen.
  • Variantenmanagement ermöglichen, um aus einer Quelle die jeweils passende Dokumentation für eine Maschine zu generieren.
  • Ein Content Delivery Portal befallen, dass es dem Anwender einfach macht, die richtige Information für sein(e) Produkt(variante) zu finden, für die Aufgabe, die er gerade lösen will, in der richtigen Sprache, …
  • Übersetzungsmanagement optimieren, so dass nur das zu einem Übersetzungsdienstleister geschickt werden muss, was auch neu oder geändert ist.

Hinter diesen Zielen verbergen sich verschiedene Anforderungen. So kann für die Zusammenarbeit über mehrere Standorte ein webbasiertes Redaktionssystem genau das Richtige sein wohingegen für das Content Delivery Portal die einfache Zusammenführung unterschiedlicher Datenquellen der ausschlaggebende Faktor ist.

Der erste Schritt ist also, ein Zukunftsszenario zu entwerfen, wie die Informationsstrategie des Unternehmens aussehen soll. Dieses Zukunftsszenario muss von verschiedenen Abteilungen und Gruppen gemeinsam erarbeitet werden, um alle wesentlichen Interessen zu berücksichtigen. Hierbei kann ein externer Berater sehr hilfreich sein.

Der Begriff Topic taucht bei Redaktionssystemen immer wieder auf. Eine einheitliche Definition ist aber nicht vorhanden.
Topic heißt wörtlich übersetzt Thema. Ein Topic ist in diesem Sinne eine Informationseinheit, die ein Thema behandelt. Topic ist demnach eine inhaltlich definierte Einheit.
Topic wird aber auch oft als wiederverwendbare Einheit definiert. Wiederverwendbar muss aber nicht gleichzeitig ein komplettes Thema sein. Typische Beispiele sind die Gefahrenhinweise nach dem SAFE-Prinzip. Sie behandeln kein Thema sondern sind nur im Kontext eines Themas sinnvoll. Da sie aber für mehrere Themen gelten können ist es sinnvoll, diese als wiederverwendbare Einheiten in einem Redaktionssystem zu verwalten.

Die Suche nach Bausteinen ist beim Redaktionssystem TIM über den Objektmanager ganz einfach auszuführen. Beim Erstellen von Bausteinen vergeben Sie Eigenschaften. Über diese Eigenschaften können Sie im Objektmanager Ihre Suche starten. Der Objektmanager zeigt Ihnen alle vorhandenen Bausteine an, die Ihren Suchkriterien entsprechen. Darüber hinaus können Sie über den Objektmanager auch einsehen, wo überall diese Bausteine verwendet werden und welche weiteren Bausteine darin enthalten sind. Das ist vor allem dann zu berücksichtigen, wenn Sie Änderungen an Bausteinen vornehmen möchten

Verschachtelte Module sind innerhalb vom Redaktionssystem TIM Bausteine, die zur Wiederverwendung gespeichert werden und in anderen Bausteinen verwendet werden, z. B. Maschinenübergreifend. Das Arbeiten mit verschachtelten Modulen bringt den Vorteil mit sich, dass inhaltliche Änderungen nur einmal ausgeführt werden müssen. Denn überall dort, wo ein verschachteltes Modul verwendet wird, wird die Änderung übernommen. Sinnvoll ist es dann verschachtelte Module zu erstellen, wenn der gleiche Inhalt innerhalb einer Betriebsanleitung mehrfach verwendet wird. Aber nicht nur um Wiederverwendungen zu erzeugen bieten sich verschachtelte Module an. Sie sind zwingend erforderlich für die Variantensteuerung. Beim Erstellen verschachtelter Module werden Eigenschaften hinterlegt, die für den Publikationsprozess relevant sind. Siehe Wie funktioniert eine Variantensteuerung mit TIM RS.

Die Variantensteuerung beim Redaktionssystem TIM ermöglicht es z. B. , die Betriebsanleitung auftragsspezifisch zu publizieren. Das bedeutet, die Betriebsanleitung beschreibt exakt die Ausstattung, die der Kunde gekauft hat. Damit dies möglich ist müssen Module mit Eigenschaften (Metadaten) versehen sein. Die Auftragsdatei bestimmt beim Publizieren, welche Inhalte tatsächlich publiziert werden. Mit Hilfe der Eigenschaften kann man also eine Art Filter definieren.
Besonders hervorzuheben ist, dass diese Art von Filterung nicht nur nach dem Entweder-oder -Verfahren stattfindet, sondern beliebig ausgeweitet werden kann. Sie haben also die Möglichkeit mittels der Eigenschaften Module so zu bearbeiten, dass diese beim Publizieren berücksichtigt aber auch ausgeschlossen werden.

Redaktionssysteme sind teuer und rechnen sich doch nie – ist eine Meinung, die uns immer wieder begegnet ist. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall! Ohne Redaktionssystem, mit Word, FrameMaker oder InDesign, wird die Dokumentation so richtig teuer – nur der Einstieg ist billig.
Redaktionssysteme sind auf Modularisierung, Wiederverwendung, Variantensteuerung, Übersetzungen und automatisches Publizieren ausgelegt. Das sind Funktionen, die eigentlich jeder Hersteller erklärungsbedürftiger Produkte zwingend benötigt. Ohne Redaktionssystem werden immer wieder Hilfsmittel wie Excel genutzt, um die Verwaltung halbwegs zu realisieren. Effizient ist dies zumeist nicht, siehe https://arakanga.de/arawiki/redaktionssysteme-dms/.

Dem Redakteur bietet ein Redaktionssystem beim Erstellen einer Betriebsanleitung mehrere Vorteile.

  • Die Wiederverwendbarkeit von erstellten Informationen ist eines der größten Vorteile beim Arbeiten mit einem Redaktionssystem. Einmal erstellte Informationen können in mehrere Anleitungen übernommen werden. Änderungen und Korrekturen werden nur an einer Stelle vorgenommen. Übersetzungskosten sinken, da die Information nur einmal übersetzt werden muss.
  • Die Verwaltung und Übersichtlichkeit von Inhalten ist durch die Modularisierung viel einfacher als mit einem herkömmlichen Textprogramm.
  • Durch eine Versionsverwaltung ist es ganz einfach, einzelne Stände der Betriebsanleitung nachzuvollziehen. Im Nachhinein ist somit jeder Bearbeitungsstand einsehbar und es ist problemlos möglich frühere Versionen zu reaktivieren.
  • Smarte Autorenunterstützungen im Redaktionssystem gewährleisten eine gleichbleibende Terminologie und die Wiederverwendung von ganzen Sätzen.

Weitere Vorteile und hilfreiche Informationen zum Thema Redaktionssysteme findet Ihr hier: https://arakanga.de/arawiki/redaktionssysteme-dms/

Der Vorteil der Modularisierung in einem Redaktionssystem liegt darin, dass Technische Dokumente wiederverwendet werden können. Sie sparen somit bares Geld bei der Erstellung und Übersetzung von Dokumenten. Einmal erstellte Informationen können in mehrere Anleitungen übernommen werden. Änderungen und Korrekturen werden nur an einer Stelle vorgenommen. Auch die Verwaltung und Übersichtlichkeit von Inhalten ist durch die Modularisierung deutlich einfacher als mit einem herkömmlichen Textprogramm.

Risikobeurteilung

Nur, wenn der TÜV auch die Konstruktion macht. Die Risikobeurteilung entsteht integrativ mit der Konstruktion oder Umkonstruktion. Und kann schlecht davon getrennt werden.

Die Risikobeurteilung kann die CE-Erklärung nicht enthalten. Die Risikobeurteilung steht ganz am Anfang des CE-Prozesses, die CE-Erklärung ganz am Ende.

Die Risikobeurteilung ist unbedingt notwendig um die Gebrauchsinstruktion zu erstellen. Unter anderem führt der Technische Redakteur im Einzelnen die Tätigkeiten aus, die in der Risikobeurteilung als gefährlich betrachtet wurden.
Ganz zu schweigen von der Zielgruppe, dem Bestimmungsgemäßen Gebrauch, den Grenzen der Maschine, den Lebensphasen, …

Nicht ganz. Jede Neukonstruktion oder Umkonstruktion einer Maschine erfordert ebenfalls eine neue oder geänderte Risikobeurteilung. Und wenn das nicht anliegt, ist es sehr unwahrscheinlich, dass durch ausgewertete Kundenrückmeldungen, Marktbeobachtungen und Servicemeldungen keine Änderungen an der Risikobeurteilung notwendig werden

Das ist leider nur im Rückblick möglich. Da die Risikobeurteilung parallel zur Maschine entsteht, können erst ganz am Ende eigentlich Photos entstehen. Auch ein 3D-Modell steht erst gegen Ende fest. Deshalb sollte das nur dort eingesetzt werden, wo unumgänglich notwendig. Skizzen etc dokumentieren die Entwicklung wesentlich pointierter

So genau wie nötig, dabei kann es dazu führen, dass z.B. detaillierte Schnittstellenbeschreibungen notwendig sind. Oder auch Werkstoffe. Die Leitfrage ist dabei immer: „Welche Informationen benötigt der Betreiber und Bediener?“

Weil nichts ewig funktionieren wird. Jedes Teil einer Maschine hat nur eine begrenzte Funktionsdauer und damit die gesamte Maschine. Und jeder Betreiber einer Maschine muss den fortgesetzten Einsatz planen können, um die Sicherheit der Maschine zu gewährleisten. Es ist wichtig zu wissen, wann welche Teile einer Maschine ersetzt werden müssen; wann die gesamte Maschine überholt werden muss.
Nur so kann die Sicherheit der Maschine erhalten werden.

Natürlich. Und zwar nicht nur die vorgesehenen Produktions- und Produktionshilfstoffe, sondern auch die Materialien der Maschinenkonstruktion selbst. Das geht von Bruchfestigkeit über Toxizität bis hin zu gefährlichen Emissionen bei Betrieb, Wartung und Entsorgung.
Materialnormen und Sicherheitsdatenblätter sind dabei wichtige Quellen.

Um zu beurteilen, ob es möglich ist, die Gefahr zu erkennen bzw. ihr auszuweichen oder die Folgen zu mindern kann man viele Faktoren zu betrachten:
Qualifikation/praktische Erfahrungen der Bediener
Manuelle oder automatische Bedienung?
Wie schnell tritt die Gefährdung ein?

Es gibt nur zwei Ergebnisse:
• unter bestimmten Bedingungen möglich
• unmöglich
Dadurch ist die Beantwortung dieser Fragen relativ einfach und kann nach der ersten negativ beantworteten Frage abgebrochen werden.

Für die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Gefährdung gibt es grundsätzlich drei Möglichkeiten, die in der Risikobewertung Eingang finden:
• gering: bewährte, robuste Technologie,
• mittel: technische Fehler in den vergangenen 2 Jahren beobachtet
• hoch: regelmäßige technische Fehler beobachtet (häufiger als alle 6 Monate).
Je höher die Wahrscheinlichkeit ist, desto höher ist das Risiko.

Um die Häufigkeit und Dauer der Exposition zu bestimmen, sind folgende Fragen zu berücksichtigen:
• Wann/Wie oft ist der Zugang zum Gefahrenbereich notwendig?
• Wie lange muss sich eine Person im Gefahrenbereich aufhalten?
• Wie viele Personen haben Zugang zum Gefahrenbereich bzw. halten sich gleichzeitig im Gefahrenbereich auf?
• Wie oft ist ein Zugang zum Gefahrenbereich erforderlich (bezogen auf eine Arbeitsschicht)?
Die Grenze liegt bei 2-mal oder seltener pro Arbeitsschicht oder weniger als insgesamt 15 min. pro Arbeitsschicht.

Gemäß der EN ISO 12100 „Sicherheit von Maschinen“ gibt es drei Stufen zur Risikominderung:

  1. Inhärente Sicherheit
  2. Technische Schutzmaßnahmen und -einrichtungen
  3. Benutzerinformation
    Eine inhärent sichere Konstruktion ist „der erste und wichtigste Schritt im Prozess der Risikominderung. So steht es in der DIN EN ISO 12100 im Abschnitt 6.2.1 fest.
    Konkret bedeutet das:
    Maßnahmen zur inhärenten Sicherheit haben den Vorrang vor anderen Schutzmaßnahmen wie z.B. trennenden Schutzeinrichtungen (Lichtschranken oder Zweihandschaltungen, Sicherheitskennzeichnungen,…) und diese wiederum vor Warnhinweisen in der Bedienungsanleitung.

Warnschilder an und um die Maschine herum nehmen eine duale Stellung ein, sie sind Sicherheitseinrichtungen und gleichzeitig Instruktion. Damit mindern sie das Risiko natürlich.
Damit müssen sie als Sicherheitseinrichtung in regelmäßigen Abständen geprüft werden aber auch den Vorgaben einer Instruktion an Sprache, Form und Verständlichkeit genügen.

Eigentlich nicht, die Verpflichtung sichere Produkte herzustellen ist nichts Neues! Neue ist lediglich, dass die sorgfältige und sichere Konstruktion dokumentiert werden muss und Hilfen zu Beurteilung und zur Durchführung gegeben werden.
Insofern kein wirklich erhöhter Aufwand und ganz sicher nichts neues.

Ein Verstoß gegen das Produktsicherheitsgesetz kann zu folgenden Konsequenzen führen:

  • Anordnungen einer Behörde, z.B.
  • die Untersagung des Inverkehrbringens und des weiteren Vertriebs, Verpflichtung zu Nachbesserungen und Rückrufaktionen
  • Bußgelder bis zu einer Höhe von 100.000 Euro
  • Gewährleistung/Sachmängelhaftung: Der Käufer kann z.B.:
  • Nachbesserungen/Preisminderung verlangen
  • Schadensersatz fordern
  • vom Kaufvertrag zurücktreten
  • Produkthaftung: Jedes Produkt mit einem sicherheitstechnischen Mangel ist fehlerhaft.
  • wettbewerbsrechtliche Konsequenzen:
  • Abmahnungen
  • Schadensersatz
  • Strafrechtliche, persönliche Verantwortung:
  • kann Geschäftsführende und Vorstände betreffen, aber auch nachgeordnete Mitarbeiter

Zuerst dient die Risikobeurteilung zur Herstellung und Bereitstellung einer bediensicheren Maschine. Dazu gehört auch eine einwandfreie Instruktion. Dazu werden in der Bedienungsanleitung verschieden Aspekte der Risikobeurteilung öffentlich gemacht, die Zielgruppe, die bestimmungsgemäße Verwendung, die Grenzen der Maschine, die Warnhinweise bei gefährlichen Tätigkeiten, die Restgefahren uvm.

Alle möglichen Lebensphasen. Auch die, die unwahrscheinlich sind. Oft wird z.B. der Transport bei einer Relokalisierung der Maschine übersehen, bei einem Umzug oder einem Wechsel des Betreibers. Dagegen können Einrichten oder Teachen wegfallen, wenn diese Maschine diese Lebensphasen nicht durchläuft. Auch der bestimmungsgemäße Gebrauch und der vernünftigerweise vorhersehbare Fehlgebrauch Lebensphasen der Maschine beschränken.

Sämtliche Phasen im Leben einer Maschine! Das kann vom Transport über die Montage und den Betrieb bis zur Außerbetriebsetzung, Demontage und Entsorgung sein.

Die Risikobeurteilung ergibt eine zu hohen Schallemission.
Die Normen beschreiben drei Möglichkeiten, um die Maschine leiser oder ungefährlicher zu machen.
Die erste Möglichkeit ist die Maschine so zu konstruieren, dass sie weniger Lärm verursacht.
Die nächste Möglichkeit sind Sicherheitseinrichtungen, z.B. eine Lärmschutzhaube über der Emissionsquelle.
Als letzte Möglichkeit bleibt noch den Benutzer vor der Gefahr durch Lärm zu warnen. In der Betriebsanleitung davor zu warnen, mit der Anweisung eine persönliche Schutzausrüstung zu tragen. Auch Piktogramme rund um den Gefahrenbereich können die Anweisung einen Gehörschutz bei den Arbeiten zu tragen verstärken.

Auch Denkrunde oder Ideensammlung genannt.
Eine Gruppe aus Experten/Mitarbeitern, Laien oder Experten anderer Fachgebiete geht nach folgenden Regeln vor:
• Kombinieren und Aufgreifen von bereits geäußerten Ideen ist erwünscht.
• Kommentare, Korrekturen und Kritik sind verboten.
• Viele Ideen in kürzester Zeit (Zeitrahmen ca. 5–30 min)
• Freies Assoziieren und Phantasieren ist erlaubt.
Der Prozess läuft zweiphasig ab
Phase Eins: Ideen finden
Die Gruppe sollte in eine möglichst produktive und erfindungsreiche Stimmung versetzt werden.
Phase Zwei: Ergebnisse sortieren und bewerten
Nach einer Pause werden nun sämtliche Ideen (von der Gruppenleitung) vorgelesen und von den Teilnehmern bewertet und sortiert.

Das Ganze dient häufig zum Einstieg in eines der bisher genannten Verfahren zur Risikobeurteilung.

In Deutschland ist die Fehlerbaumanalyse in der DIN 25424 beschrieben.
Die Fehlerbaumanalyse bedient sich der Booleschen Algebra.
Ausgehend von einem Gesamtsystemausfall wird der Fehlerbaum in einer Top-down Analyse bis zu den einzelnen Ausfallzuständen der Komponenten erstellt.
Die Anzahl der Minimalschnitte kann je nach Anwendung bis zu einige Millionen Ereigniskombinationen umfassen, die Erstellung komplexer Fehlerbäume und deren Auswertung erfolgt mit speziellen Softwarepaketen.

Auch als PAAG bekannt. Das steht dabei für die vier Schritte
Prognose (Suche potentieller Gefahren),
Auffinden der Quellen
Abschätzen der Auswirkungen
Gegenmaßnahmen
Charakteristisch für das Verfahren ist ein methodisches, gelenktes Brainstorming von Experten verschiedener Fachrichtungen.

Potenzielle Risiken werden analysiert, indem der Gefahrenort lokalisiert wird, die Gefahrenart bestimmt, die Folge beschrieben und anschließend die Ursache ermittelt wird.
Die Werte B, A und E (jeweils 1-10):
Bedeutung/Schwere
Auftretenswahrscheinlichkeit
Entdeckungswahrscheinlichkeit
werden unter Zuhilfenahme von Bewertungskatalogen vergeben und multipliziert.
Risikominimierende Maßnahmen führen zu einer Neubewertung und zu einer Verminderung der Bewertungszahl und zu einem Maß für die Reduzierung des Risikos.

Diese Methode ist ähnlich der aufgabenbezogenen Risikobeurteilung.
Sie stützt sich auf die Gefahrenliste der EN ISO 12100.
Dabei wird von den Gefahren ausgegangen. Die Lebensphasen und die darauf bezogenen Aufgaben werden ermittelt. Die individuellen Gefahren werden bewertet und gemindert. Die Lösung wird dokumentiert.

Diese Methode eignet sich vor allem für Maschinen, Geräte und Apparate. Weniger geeignet ist diese Methode für Anlagen mit automatischer Steuerung.
Sie ist empfohlen von EN ISO 12100 und ISO TR 14121-2.
Dabei wird der Fokus auf die Lebensphasen und die darauf bezogenen Aufgaben gelegt. Die entsprechenden Gefahren werden ermittelt, bewertet und gemindert. Die Lösung wird dokumentiert

Doch, natürlich. Es gibt unterschiedliche Ansätze aus vielen Bereichen, die geeignet sind. Dazu gehören:
• Gefahrenbezogene Risikobeurteilung
• Aufgabenbezogene Risikobeurteilung
• Auswirkungsbeurteilung (FMEA)
• HAZOP (Hazard and Operability) oder PAAG
• Fehlerbaumanalyse
• Brainstorming

Nachdem die Risikobeurteilung überwiegend dazu dient Gefahren für den Benutzer/Bediener zu minimieren, ist es unumgänglich sich damit zu beschäftigen wer wann was wie an dem Produkt tut. Nur dann kann ich die dann dort auftretenden Risiken sauber erfassen und möglichst minimieren.

Richtig. Auch wenn für Kraftfahrzeuge die Maschinenrichtlinie ausdrücklich nicht gilt, ist es doch ein Produkt, das unter das Produktsicherheitsgesetz fällt. Und deshalb eine Risikobeurteilung benötigt.

Ein Kranhaken ist ein Lastaufnahmemittel und fällt deshalb explizit unter die Maschinenrichtlinie. Deshalb benötigt er ebenfalls eine Risikobeurteilung.

Die Normenrecherche für eine Risikobeurteilung ist im Grunde ganz einfach. Alle Normen die bei der Konstruktion verwendet werden und selbstverständlich beim Konstrukteur im Original im Schrank stehen, helfen genauso bei der Risikobeurteilung. Dazu kommen einige wenige grundlegende Normen, die sich mit Sicherheit beschäftigen.

Nur wenn der CE-Beauftragte auch das Produkt konstruiert und die Anleitung dazu schreibt.
Da die Risikobeurteilung konstruktionsbegleitend entsteht und tiefgehende Kenntnisse des Fachgebiets und des Produkts erfordert, tragen alle Konstrukteure, Ingenieure und Redakteure die an diesem Produkt beteiligt sind dazu bei. Nur so ist eine gute und hilfreiche Risikobeurteilung möglich.
Die abteilungsübergreifende Koordination einer Stabsstelle zu übertragen ist natürlich möglich und ggf. sinnvoll.

Eine Risikobeurteilung soll Unfälle in der Bedienung von Produkten und Maschinen vermeiden helfen. Dabei ist es notwendig die möglichen Schutzmaßnahmen sorgfältig gegeneinander abzuwägen und zu bewerten. Manch gutgemeinte Schutzmaßnahme führt gerade zum Gegenteil, einem gefährlicheren Produkt. Beispiele dafür sind Instruktionen, die

  • Mit Sicherheitshinweisen überladen sind
  • Nicht zielgruppengerecht formuliert sind
  • Missbrauch nicht erkennen, benennen und untersagen.
  • uvm.

Genauso kann eine Maschine durch mehr und falsche Sicherheitsmaßnahmen gefährlicher werden.

Durch Sicherheitseinrichtungen, die

  • umgehbar sind,
  • übermäßig hinderlich scheinen
  • mangelnder Akzeptanz unterliegen.

Deshalb ist eine sorgfältige und professionelle Risikobeurteilung unerlässlich, ebenso wie eine darauf aufbauende Bedienungsanleitung.

Wir betrachten das mal am Beispiel von Lärm, übermäßiger Schallemission.
Zuerst sollte eine Überprüfung während der Konstruktion stattfinden. Es ist häufig am einfachsten Lärm direkt an der Wurzel zu bekämpfen. Ein alternativer Antrieb, schwingende Flächen oder Hohlräume, Schwingungsdämpfer – alles konstruktive Maßnahmen die sehr effizient, unaufwendig und automatisch wirken.
Habe ich diese Möglichkeiten erschöpft sollte ich über Sicherheitseinrichtungen nachdenken, Schallschutzwände, gedämmte Bedienplätze etc.
Erst wenn der Lärm immer noch zu hoch ist, erfolgt über die Instruktion und Warnsymbole der Rückgriff auf die PSA, Kapselgehörschutz z.B.
All diese Maßnahmen werden detailliert in der Risikobeurteilung dokumentiert und bewertet.

Diese sehr große Gefahr ist häufig ein wichtiger Punkt in der Risikobeurteilung.
Die Norm DIN EN ISO 14118 „Sicherheit von Maschinen – Vermeidung von unerwartetem Anlauf“ ist da eine gute Hilfe bei der sicheren Konstruktion. Selbstrückstellende Schaltelemente sind hier eine wichtige Sicherheitseinrichtung.
Flankierend und nicht weniger wichtig sind einfache und unkomplizierte Möglichkeiten für den Bediener die Sicherheitsanweisungen zum Sichern der Maschine vor unbeabsichtigtem Einschalten zu befolgen.

Auch eine unvollständige Maschine ist ein Produkt und benötigt eine Risikobeurteilung um eine Marktzulassung zu haben.
Gerade unvollständige Maschinen benötigen in besonderem Maße eine Risikobeurteilung.
Zum einen haben unvollständige Maschinen aufgrund ihrer Eigenart häufig höhere Risiken, die erst durch einen Einbau in eine Maschine minimiert werden,
zum Zweiten entstehen durch den Einbau im Zusammenspiel der entstandenen Maschine ggf. neue Risiken
und nicht zuletzt muss ich dem Verwender, als demjenigen, der die unvollständige Maschine in seine Maschine integriert, die Hinweise an die Hand geben, die zur Verwendung und einer Risikobeurteilung der entstehenden Maschine notwendig sind.

Das wäre schön, es verbleiben aber drei Arten von Risiken übrig.

  1. Gefahren, die nicht konstruktiv oder über sicherheitstechnische Maßnahmen, minimiert werden können. Vor diesen muss gewarnt werden, in der Bedienungsanleitung oder über Warnschilder z.B.
  2. Das Teil des allgemeine Lebensrisikos, dass Bezug zum Produkt hat.
  3. Zweckinhärente Gefahren eines Produkts, wie Schneidgefahren, die von einem Messer ausgehen.

Das kommt darauf an. Primär ist die Risikobeurteilung Bestandteil der internen Dokumentation. Insbesondere wenn sie, wie häufig, innovative originäre Konstruktionslösungen enthält, ist die Verbreitung kontraproduktiv.
Einzig Behörden haben einen vorgesehenen Anspruch auf Einsicht.
Von Zeit zu Zeit taucht dieses Thema aber in den Kaufverhandlungen auf und kann unbemerkt Teil eines Vertrags werden. Dadurch kann sich ebenfalls ein Recht auf Übergabe der Risikobeurteilung ergeben.

  1. Zuerst müssen die Rahmenbedingungen des Produkts festgelegt werden, d.h. wer soll was mit diesem Produkt machen oder können.
  2. Danach werden während der Entwicklung die Gefahren, die sich aus diesen Rahmenbedingungen und den darauf beruhenden Konstruktionen ergeben, erkannt.
  3. Jede Gefährdung muss dann in ihrer Schwere beurteilt werden.
  4. Übersteigt die Gefahr ein unbedingt notwendiges und akzeptierbares Risiko, werden Gegenmaßnahmen getroffen.
  5. Die Auswirkungen der Gegenmaßnahmen auf die Gefahren werden erneut beurteilt.
  6. Die Schritte 4 und 5 solange durchführen, bis das Risiko angemessen vermindert wurde.
  7. Alle Schritte dokumentieren.

Viele Maschinen enthalten ebenfalls druckbeaufschlagte Bauteile. Und dann tut sich die Frage auf nach welcher Richtlinie die Konformität geprüft wird.
Die Aussage ist dabei klar: Meistens beides.
Die wenigsten Maschinen fallen nur unter die Druckgeräterichtlinie. Und die Maschinenrichtlinie ist umfassender. Deshalb ist die Antwort fast immer: Gesamtkonformität nach der Maschinenrichtlinie und individuelle Konformität der druckbeaufschlagten Bauteile nach Druckgeräterichtlinie.

Solide Konstruktion und eine gründliche Risikobeurteilung sind die Grundlage dafür, dass nur so wenige Unfälle passieren. Ganz vermeiden lassen sie sich nie.
Das liegt an vielen Ursachen. Eine davon ist, das Verhalten von Nutzern möglichst effizient zu arbeiten. Dabei werden oft Sicherheitshinweise missachtet oder Sicherheitseinrichtungen umgangen, weil sie stören.
Manchmal ist es auch eine fehlerhafte Konstruktion oder Bedienungsanleitung.
Und schlussendlich besteht immer ein Restrisiko des Lebens, dass niemand ausschließen kann.

Die Gefährdungsbeurteilung eines Arbeitsplatzes sorgt dafür, dass an diesem Arbeitsplatz sicher gearbeitet werden kann, z.B. um eine Maschine zu produzieren. Dafür ist der Arbeitgeber verantwortlich.
Die Risikobeurteilung bezieht sich auf ein Produkt und dessen Hersteller ist dafür verantwortlich.
Aus der Risikobeurteilung entsteht die Bedienungsanleitung und diese ist Grundlage der Gefährdungsbeurteilung.

Jedes Produkt benötigt eine Risikobeurteilung, unabhängig von der Maschinenrichtlinie. Wie sonst soll der Verwender, der dieses Produkt nutzt, also einbaut, wissen
welche Risiken bedacht und vermieden wurden,
welche Sicherheitseinrichtungen vorhanden sind oder noch fehlen und
welche Risiken neu entstehen können durch das Einbauen des Produkts.
Eine unvollständige Maschine ist im Allgemeinen risikoreicher als eine vollständige Maschine.

In Risikobeurteilungen wird häufig der Begriff „leicht verletzt“ verwendet. Im täglichen Leben hingegen immer wieder „Leichtverletzte“. Das geht auf unterschiedliche Definitionen zurück.
„Leicht verletzt“ ist jemand, dessen Verletzung komplett ausheilt.
Ein „Leichtverletzter“ muss nur ambulant versorgt werden.
Dieser Unterschied kann sehr entscheidend sein und bei der Erstellung der Risikobeurteilung sollte man sich dessen bewusst sein.

Nur der Konstrukteur weiß welche Entscheidungen er auf welcher Grundlage getroffen hat. Nur der Konstrukteur weiß wo er inhärent sicher konstruiert hat oder wo er sich warum für welche Sicherheitseinrichtungen entschieden hat.
Nur der Konstrukteur kennt seine Normen in- und auswendig.
Und genau diese Informationen müssen in der Risikobeurteilung dokumentiert werden, damit das jederzeit nachvollziehbar ist.

Nein, nur so sicher wie möglich. Verschiedene Risiken bleiben und können nicht durch die Maschinenkonstruktion vermieden werden. Restrisiken (unglückliche Zufälle), bestimmungsgemäße Risiken (Messer müssen scharf sein z.B.), Fehlbedienungen und Fehlverwendungen können dadurch nicht vermindert werden.
Aber die Maschine ist nach einer guten Risikobeurteilung rechts- und verwendungssicher.

Da die Risikobeurteilung den Konstruktionsprozess von den Anfängen an begleitet und die Überlegungen, Berechnungen, Entscheidungen der Konstrukteure von Mechanik, Elektrik, Hydraulik, Software, etc. festhält, ist dort auch die Kompetenz, das Wissen und die Verantwortung. Der Technische Redakteur kann und darf Teil des Teams sein um frühzeitig in Entscheidungen zur Methodik, dem Werkzeug und den relevanten Teilen der Risikobeurteilung eingebunden zu sein. Die Gesamtverantwortung sollte jedoch bei einer generischen Führungsposition liegen

Die Risikobeurteilung gehört zur internen Dokumentation, weil sie den Konstruktionsfortschritt dokumentiert, also Lösungen sicherheitstechnischer Probleme.
Die benötigt der Anwender draußen an der Maschine nicht, er benötigt Anweisungen. Und die findet er in der Bedienungsanleitung. Zusammen mit den Angaben der Risikobeurteilung, die seine Sicherheit betreffen.

Ohne Risikobeurteilung fällt dem Technischen Redakteur die Erstellung einer Bedienungsanleitung, Montageanleitung oder der Sicherheitshinweise schwer. Angaben zum Produkt, die sich in beiden Schriftstücken finden, sind z.B. Bezeichnung und Einstufung des Produkts, Zielgruppe, Bestimmungsgemäßer Gebrauch, Grenzen des Produkts, Hersteller, handlungsbezogene Warnhinweise, Sicherheitshinweise, Warnschilder, Sicherheitseinrichtungen und vieles weiteres. Die Quelle für diese Informationen ist die Risikobeurteilung.
Risikobeurteilung und Produktanleitung dürfen sich in diesen Punkten nicht widersprechen.

Eine entwicklungsbegleitenden Risikobeurteilung beinhaltet folgendes:

  • Sicherheit durch Konstruktion: die konstruktiv inhärente Sicherheit,
  • Sicherheit durch zusätzliche Bauteile: die Sicherheitseinrichtungen,
  • Sicherheit durch sicheres Handeln: die Sicherheitsinstruktionen in einer Bedienungsanleitung.

Diese Anteile sind ganz klar priorisiert. Nur wenn ich keine konstruktive Sicherheit erreichen kann, kommt eine Sicherheitseinrichtung in Frage. Nur wenn ich keine Sicherheitseinrichtung einsetzen kann, dann muss ich vor den Restgefahren warnen.

Wenn Sie ein neues Produkt entwickeln oder ein bestehendes Produkt weiterentwickeln, also entwicklungsbegleitend! Implizit machen Sie die Risikobeurteilung sicher schon. Sie machen sich Gedanken

  • zur Standfestigkeit,
  • zur elektrischen Verkabelung,
  • zur Steuerung, etc?

Dabei berücksichtigen Sie sicher schon heute vielfach die normativen Anforderungen an diese Risiken. Dann dokumentieren sie einfach was sie wann warum entschieden haben, damit ihr Produkt das tut was es soll, nachhaltig und sicher. Damit haben sie schon bis zu 80% ihrer Risikobeurteilung erledigt!
Diese Dokumentation zu erstellen, wenn schon alles fertig ist, ist wie Reverse-Engineering: aufwändig und fehlerbehaftet.

Sie entwickeln ein neues Produkt oder entwickeln es weiter? Sie machen sich Überlegungen zu Standfestigkeit, elektrischen Verkabelungen, Software zur Steuerung, etc? Dann dokumentieren sie einfach was sie wann warum entschieden haben, damit ihr Produkt das tut was es soll, nachhaltig und sicher. Damit haben sie schon bis zu 80% ihrer Risikobeurteilung erledigt!
Das in den Wochen vor der Markteinführung zu erledigen ist wie Reverse-Engineering: aufwändig und fehlerbehaftet.

Ihre Erfahrung war bisher:

  • „Wollte noch nie jemand sehen.“
  • „Es ist noch nie was passiert!“
  • „Unser Produkt ist sicher!“

Gut, aber wie beweisen Sie das? Wie beweisen Sie, dass Sie alle Normen, Richtlinien und Gesetze befolgt haben? Die Antwort ist einfach – indem sie die die gesetzlichen Anforderungen des ProdSG erfüllen. Mit einer entwicklungsbegleitenden Risikobeurteilung, die folgendes beinhaltet:

  • die konstruktiv inhärente Sicherheit,
  • die Sicherheitseinrichtungen,
  • die Sicherheitsinstruktionen.

Fast alle Staaten dieser Welt haben Arbeitsschutzgesetze, die genau dies fordern.

Richtig. Auch wenn für Kraftfahrzeuge die Maschinenrichtlinie ausdrücklich nicht gilt, ist es doch ein Produkt, das unter das Produktsicherheitsgesetz fällt. Und deshalb eine Risikobeurteilung benötigt.

Ein Kranhaken ist ein Lastaufnahmemittel und fällt deshalb explizit unter die Maschinenrichtlinie. Deshalb benötigt er ebenfalls eine Risikobeurteilung.

Die Normenrecherche für eine Risikobeurteilung ist im Grunde ganz einfach. Alle Normen die bei der Konstruktion verwendet werden und selbstverständlich beim Konstrukteur im Original im Schrank stehen, helfen genauso bei der Risikobeurteilung. Dazu kommen einige wenige grundlegende Normen, die sich mit Sicherheit beschäftigen.

Nur wenn der CE-Beauftragte auch das Produkt konstruiert und die Anleitung dazu schreibt.
Da die Risikobeurteilung konstruktionsbegleitend entsteht und tiefgehende Kenntnisse des Fachgebiets und des Produkts erfordert, tragen alle Konstrukteure, Ingenieure und Redakteure die an diesem Produkt beteiligt sind dazu bei. Nur so ist eine gute und hilfreiche Risikobeurteilung möglich.
Die abteilungsübergreifende Koordination einer Stabsstelle zu übertragen ist natürlich möglich und ggf. sinnvoll.

Wir betrachten das mal am Beispiel von Lärm, übermäßiger Schallemission.
Zuerst sollte eine Überprüfung während der Konstruktion stattfinden. Es ist häufig am einfachsten Lärm direkt an der Wurzel zu bekämpfen. Ein alternativer Antrieb, schwingende Flächen oder Hohlräume, Schwingungsdämpfer – alles konstruktive Maßnahmen die sehr effizient, unaufwendig und automatisch wirken.
Habe ich diese Möglichkeiten erschöpft sollte ich über Sicherheitseinrichtungen nachdenken, Schallschutzwände, gedämmte Bedienplätze etc.
Erst wenn der Lärm immer noch zu hoch ist, erfolgt über die Instruktion und Warnsymbole der Rückgriff auf die PSA, Kapselgehörschutz z.B.
All diese Maßnahmen werden detailliert in der Risikobeurteilung dokumentiert und bewertet.

Diese sehr große Gefahr ist häufig ein wichtiger Punkt in der Risikobeurteilung.
Die Norm DIN EN ISO 14118 „Sicherheit von Maschinen – Vermeidung von unerwartetem Anlauf“ ist da eine gute Hilfe bei der sicheren Konstruktion. Selbstrückstellende Schaltelemente sind hier eine wichtige Sicherheitseinrichtung.
Flankierend und nicht weniger wichtig sind einfache und unkomplizierte Möglichkeiten für den Bediener die Sicherheitsanweisungen zum Sichern der Maschine vor unbeabsichtigtem Einschalten zu befolgen.

Auch eine unvollständige Maschine ist ein Produkt und benötigt eine Risikobeurteilung um eine Marktzulassung zu haben.
Gerade unvollständige Maschinen benötigen in besonderem Maße eine Risikobeurteilung.
Zum einen haben unvollständige Maschinen aufgrund ihrer Eigenart häufig höhere Risiken, die erst durch einen Einbau in eine Maschine minimiert werden,
zum Zweiten entstehen durch den Einbau im Zusammenspiel der entstandenen Maschine ggf. neue Risiken
und nicht zuletzt muss ich dem Verwender, als demjenigen, der die unvollständige Maschine in seine Maschine integriert, die Hinweise an die Hand geben, die zur Verwendung und einer Risikobeurteilung der entstehenden Maschine notwendig sind.

Das wäre schön, es verbleiben aber drei Arten von Risiken übrig.

  1. Gefahren, die nicht konstruktiv oder über sicherheitstechnische Maßnahmen, minimiert werden können. Vor diesen muss gewarnt werden, in der Bedienungsanleitung oder über Warnschilder z.B.
  2. Das Teil des allgemeine Lebensrisikos, dass Bezug zum Produkt hat.
  3. Zweckinhärente Gefahren eines Produkts, wie Schneidgefahren, die von einem Messer ausgehen.

Das kommt darauf an. Primär ist die Risikobeurteilung Bestandteil der internen Dokumentation. Insbesondere wenn sie, wie häufig, innovative originäre Konstruktionslösungen enthält, ist die Verbreitung kontraproduktiv.
Einzig Behörden haben einen vorgesehenen Anspruch auf Einsicht.
Von Zeit zu Zeit taucht dieses Thema aber in den Kaufverhandlungen auf und kann unbemerkt Teil eines Vertrags werden. Dadurch kann sich ebenfalls ein Recht auf Übergabe der Risikobeurteilung ergeben.

  1. Zuerst müssen die Rahmenbedingungen des Produkts festgelegt werden, d.h. wer soll was mit diesem Produkt machen oder können.
  2. Danach werden während der Entwicklung die Gefahren, die sich aus diesen Rahmenbedingungen und den darauf beruhenden Konstruktionen ergeben, erkannt.
  3. Jede Gefährdung muss dann in ihrer Schwere beurteilt werden.
  4. Übersteigt die Gefahr ein unbedingt notwendiges und akzeptierbares Risiko, werden Gegenmaßnahmen getroffen.
  5. Die Auswirkungen der Gegenmaßnahmen auf die Gefahren werden erneut beurteilt.
  6. Die Schritte 4 und 5 solange durchführen, bis das Risiko angemessen vermindert wurde.
  7. Alle Schritte dokumentieren.

Viele Maschinen enthalten ebenfalls druckbeaufschlagte Bauteile. Und dann tut sich die Frage auf nach welcher Richtlinie die Konformität geprüft wird.
Die Aussage ist dabei klar: Meistens beides.
Die wenigsten Maschinen fallen nur unter die Druckgeräterichtlinie. Und die Maschinenrichtlinie ist umfassender. Deshalb ist die Antwort fast immer: Gesamtkonformität nach der Maschinenrichtlinie und individuelle Konformität der druckbeaufschlagten Bauteile nach Druckgeräterichtlinie.

Solide Konstruktion und eine gründliche Risikobeurteilung sind die Grundlage dafür, dass nur so wenige Unfälle passieren. Ganz vermeiden lassen sie sich nie.
Das liegt an vielen Ursachen. Eine davon ist, das Verhalten von Nutzern möglichst effizient zu arbeiten. Dabei werden oft Sicherheitshinweise missachtet oder Sicherheitseinrichtungen umgangen, weil sie stören.
Manchmal ist es auch eine fehlerhafte Konstruktion oder Bedienungsanleitung.
Und schlussendlich besteht immer ein Restrisiko des Lebens, dass niemand ausschließen kann.

Die Gefährdungsbeurteilung eines Arbeitsplatzes sorgt dafür, dass an diesem Arbeitsplatz sicher gearbeitet werden kann, z.B. um eine Maschine zu produzieren. Dafür ist der Arbeitgeber verantwortlich.
Die Risikobeurteilung bezieht sich auf ein Produkt und dessen Hersteller ist dafür verantwortlich.
Aus der Risikobeurteilung entsteht die Bedienungsanleitung und diese ist Grundlage der Gefährdungsbeurteilung.

Jedes Produkt benötigt eine Risikobeurteilung, unabhängig von der Maschinenrichtlinie. Wie sonst soll der Verwender, der dieses Produkt nutzt, also einbaut, wissen
welche Risiken bedacht und vermieden wurden,
welche Sicherheitseinrichtungen vorhanden sind oder noch fehlen und
welche Risiken neu entstehen können durch das Einbauen des Produkts.
Eine unvollständige Maschine ist im Allgemeinen risikoreicher als eine vollständige Maschine.

In Risikobeurteilungen wird häufig der Begriff „leicht verletzt“ verwendet. Im täglichen Leben hingegen immer wieder „Leichtverletzte“. Das geht auf unterschiedliche Definitionen zurück.
„Leicht verletzt“ ist jemand, dessen Verletzung komplett ausheilt.
Ein „Leichtverletzter“ muss nur ambulant versorgt werden.
Dieser Unterschied kann sehr entscheidend sein und bei der Erstellung der Risikobeurteilung sollte man sich dessen bewusst sein.

Nur der Konstrukteur weiß welche Entscheidungen er auf welcher Grundlage getroffen hat. Nur der Konstrukteur weiß wo er inhärent sicher konstruiert hat oder wo er sich warum für welche Sicherheitseinrichtungen entschieden hat.
Nur der Konstrukteur kennt seine Normen in- und auswendig.
Und genau diese Informationen müssen in der Risikobeurteilung dokumentiert werden, damit das jederzeit nachvollziehbar ist.

Nein, nur so sicher wie möglich. Verschiedene Risiken bleiben und können nicht durch die Maschinenkonstruktion vermieden werden. Restrisiken (unglückliche Zufälle), bestimmungsgemäße Risiken (Messer müssen scharf sein z.B.), Fehlbedienungen und Fehlverwendungen können dadurch nicht vermindert werden.
Aber die Maschine ist nach einer guten Risikobeurteilung rechts- und verwendungssicher.

Da die Risikobeurteilung den Konstruktionsprozess von den Anfängen an begleitet und die Überlegungen, Berechnungen, Entscheidungen der Konstrukteure von Mechanik, Elektrik, Hydraulik, Software, etc. festhält, ist dort auch die Kompetenz, das Wissen und die Verantwortung. Der Technische Redakteur kann und darf Teil des Teams sein um frühzeitig in Entscheidungen zur Methodik, dem Werkzeug und den relevanten Teilen der Risikobeurteilung eingebunden zu sein. Die Gesamtverantwortung sollte jedoch bei einer generischen Führungsposition liegen

Die Risikobeurteilung gehört zur internen Dokumentation, weil sie den Konstruktionsfortschritt dokumentiert, also Lösungen sicherheitstechnischer Probleme.
Die benötigt der Anwender draußen an der Maschine nicht, er benötigt Anweisungen. Und die findet er in der Bedienungsanleitung. Zusammen mit den Angaben der Risikobeurteilung, die seine Sicherheit betreffen.

Ohne Risikobeurteilung fällt dem Technischen Redakteur die Erstellung einer Bedienungsanleitung, Montageanleitung oder der Sicherheitshinweise schwer. Angaben zum Produkt, die sich in beiden Schriftstücken finden, sind z.B. Bezeichnung und Einstufung des Produkts, Zielgruppe, Bestimmungsgemäßer Gebrauch, Grenzen des Produkts, Hersteller, handlungsbezogene Warnhinweise, Sicherheitshinweise, Warnschilder, Sicherheitseinrichtungen und vieles weiteres. Die Quelle für diese Informationen ist die Risikobeurteilung.
Risikobeurteilung und Produktanleitung dürfen sich in diesen Punkten nicht widersprechen.

Eine entwicklungsbegleitenden Risikobeurteilung beinhaltet folgendes:

  • Sicherheit durch Konstruktion: die konstruktiv inhärente Sicherheit,
  • Sicherheit durch zusätzliche Bauteile: die Sicherheitseinrichtungen,
  • Sicherheit durch sicheres Handeln: die Sicherheitsinstruktionen in einer Bedienungsanleitung.

Diese Anteile sind ganz klar priorisiert. Nur wenn ich keine konstruktive Sicherheit erreichen kann, kommt eine Sicherheitseinrichtung in Frage. Nur wenn ich keine Sicherheitseinrichtung einsetzen kann, dann muss ich vor den Restgefahren warnen.

Wenn Sie ein neues Produkt entwickeln oder ein bestehendes Produkt weiterentwickeln, also entwicklungsbegleitend! Implizit machen Sie die Risikobeurteilung sicher schon. Sie machen sich Gedanken

  • zur Standfestigkeit,
  • zur elektrischen Verkabelung,
  • zur Steuerung, etc?

Dabei berücksichtigen Sie sicher schon heute vielfach die normativen Anforderungen an diese Risiken. Dann dokumentieren sie einfach was sie wann warum entschieden haben, damit ihr Produkt das tut was es soll, nachhaltig und sicher. Damit haben sie schon bis zu 80% ihrer Risikobeurteilung erledigt!
Diese Dokumentation zu erstellen, wenn schon alles fertig ist, ist wie Reverse-Engineering: aufwändig und fehlerbehaftet.

Sie entwickeln ein neues Produkt oder entwickeln es weiter? Sie machen sich Überlegungen zu Standfestigkeit, elektrischen Verkabelungen, Software zur Steuerung, etc? Dann dokumentieren sie einfach was sie wann warum entschieden haben, damit ihr Produkt das tut was es soll, nachhaltig und sicher. Damit haben sie schon bis zu 80% ihrer Risikobeurteilung erledigt!
Das in den Wochen vor der Markteinführung zu erledigen ist wie Reverse-Engineering: aufwändig und fehlerbehaftet.

Ihre Erfahrung war bisher:

  • „Wollte noch nie jemand sehen.“
  • „Es ist noch nie was passiert!“
  • „Unser Produkt ist sicher!“

Gut, aber wie beweisen Sie das? Wie beweisen Sie, dass Sie alle Normen, Richtlinien und Gesetze befolgt haben? Die Antwort ist einfach – indem sie die die gesetzlichen Anforderungen des ProdSG erfüllen. Mit einer entwicklungsbegleitenden Risikobeurteilung, die folgendes beinhaltet:

  • die konstruktiv inhärente Sicherheit,
  • die Sicherheitseinrichtungen,
  • die Sicherheitsinstruktionen.

Fast alle Staaten dieser Welt haben Arbeitsschutzgesetze, die genau dies fordern.

Redaktionsleitfaden

Dienstleister in der Technischen Redaktion werden immer dann benötigt, wenn sehr viel zu tun ist oder jemand ausgefallen ist. Damit ein Dienstleister seine Arbeit zügig beginnen kann, muss er alle Regeln und Prozesse kennen lernen.
Fehlt der Redaktionsleitfaden, muss der Dienstleister mühselig alle Details erklärt bekommen (Mund zu Mund Beatmung).
Statt zu einer Entlastung kommt es dann zu einer Zusatzbelastung, die Hilfe startet erst mit erheblicher Verzögerung.

Der Redaktionsleitfaden schreibt Regeln fest:

  • Wie sieht der Erstellungsprozess aus?
  • Wie ist die Ablage organisiert
  • Welche Tools werden mit welchen Vorgaben verwendet?
  • etc.

Sind diese Regeln nicht im Redaktionsleitfaden hinterlegt, kann der Ausfall eines einzigen Mitarbeiters dazu führen, dass keine neuen Dokumentationen mehr erstellt werden können, niemand mehr weis, wie die Ablage organisiert ist, etc. Das kann zu Lieferverzögerungen, unzufriedenen Kunden führen und für das Unternehmen richtig teuer werden.

Ein Redaktionsleidfaden in der Technischen Dokumentation ist ein wertvolles Hilfsmittel. Er ist ein „Gesetzbuch“ für Technische Redakteure und stellt sicher, dass Inhalte redaktionell und einheitlich aufbereitet werden. Somit trägt er wesentlich zur Qualität der technischen Dokumente bei. Weitere Informationen zum Redaktionsleitfaden in der Technischen Dokumentation und welche Themen ein Redaktionsleitfaden unbedingt beinhalten sollte, erfahrt Ihr hier: https://arakanga.de/arawiki/technische-dokumentation/redaktionsleitfaden/ .